Bienen haben im Allgemeinen nicht dieselbe Lebenserwartung. Dabei unterscheiden sich nicht nur der Drohn von der Königin bzw. der Arbeiterin, nein, es unterscheidet sich auch die Arbeiterin, die im Sommer lebt, zu der Biene, die im Winter lebt. Eine Biene, die im Frühjahr bzw. Sommer zur Welt kommt, hat ca. 42 Tage zu leben. Eine Arbeiterin, die im Herbst auf die Welt kommt, lebt ca. 6 Monate lang. Gewissermaßen ist der Biene ein Leben geschenkt, welches sie im Sommer in kurzer Zeit verbraucht und im Winter, durch eine inaktivere Lebensweise, länger anhält.

Die Putzbiene

Nachdem die Biene sich durch ihren Zelldeckel gegessen hat, wird sie in ihrer ersten Lebenstagen die Hygiene des Bienenstocks aufrechterhalten. Bei so vielen Bienen, welche in einem Bienenstock leben, ist das “Putzen” besonders wichtig. Vor allem die Brutzellen müssen, nachdem die jungen Bienen geschlüpft sind, auf die nächste Eiablage der Königin vorbereitet werden, wozu sie mit desinfizierender Propolis, welche die Bienen aus einer Mischung aus Harz, Wachs und Pollen herstellen, überzogen werden.

Die Ammenbiene

Eine der großen Aufgaben für die heranwachsende Arbeiterin ist die Pflege der Nachkommlinge als Ammenbiene. Diese produziert den Futtersaft (Gelee Royal) und gibt diesen in die Brutzellen, wo die frisch abgelegten Eier darauf warten, bald in diesem Saft zu schwimmen. Auch im Späteren sorgt sich die junge Arbeiterin um das Wohlergehen, indem sie Bienenbrot, ein Gemisch aus Pollen und Honig, bis zur Verdeckelung der Zelle an die Brut verteilt. Nebenbei versorgen die Ammenbienen noch die Drohnen und die Königin, die ebenfalls gefüttert und geputzt werden wollen.

Bau und Wächterbiene

Ab ihrem 13. Lebenstag macht sich die Biene, die bisher nur im dunklen Bienenstock ihre Arbeit getan hat, auf zu weiteren Taten, die mehr und mehr mit der Nahrungsbeschaffung zu tun haben. Von heimkehrenden Sammlerinnen beginnt sie, den mitgebrachten Nektar abzunehmen und diesen über weitere Zwischenstationen in die Zellen einzulagern.

Sammelbiene

Erst in der letzten Hälfte ihres Lebens beginnt die Biene ihren Dienst als Sammlerbiene. Jetzt fliegt sie tagtäglich aus und sammelt in einem Radius von 3 km zu ihrem Stock die wichtigsten Dinge für das Überleben ihres Volkes: Nektar, Pollen und Wasser. Ihre Ausflüge in die Umwelt ihres Stockes, bei denen bis zu 2000 Blüten am Tag von ihr bestäubt werden, benötigen viel Energie, was auch dazu führt, dass die Bienen nach insgesamt ca. 42 Tagen sterben.